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1. Ja, was hat mich bewegt, das ist eine gute Frage - ich wollte einfach nur helfen.
Als ich euren Aufruf im Alb-Boten las, dass ihr händeringend Hilfe braucht, war es für mich klar, da packe ich mit an. Nur viele Hände und guter Wille erreichen Vieles.

2. Bis jetzt habe ich als Frau keine Negativerfahrungen gemacht. Sicherlich war ich bei meinem ersten "Einsatz" auch etwas unsicher. Wie gehe ich wohl auf diese Menschen mit fremder Kultur zu. Seit meiner ersten Begegnung mit den Flüchtlingen sind nun schon ca. 5 Wochen vergangen und ich habe den Eindruck gewonnen, dass viele offener geworden sind. Zwar muss man manchmal etwas energischer werden aber viele sind auch froh, wenn man ihnen hilft passende Kleidung zu finden und mit ihnen spricht. Die Verständigung klappt irgendwie immer und immer besser.

3. Es macht mir Freude mit dem Kleiderteam zusammenzuarbeiten . Diese Begegnung mit dem Kleiderteam und den Flüchtlingen ist eine große Bereicherung in meinem Leben.

4. Helfen statt reden und es einfach mal ausprobieren - auf die Leute zugehen - und du wirst sehen, das sind Menschen wie du und ich.
....Und was ganz Wichtiges - es bringt dir ein gutes Gefühl und du bekommst auch etwas zurück - eine Dankbarkeit, ein Lächeln und strahlende Gesichter! Nur keine Angst!

  Edeltraud Häbe


(Eine kleine Anmerkung – meine Mutter, ihre Geschwister und viele andere Menschen wurden im Febr. 1946 aus ihrer Heimat/hier: Böhmerwald vertrieben. Sie mussten ihre Heimat und alles was ihnen lieb war zurücklassen. Was ihnen blieb war nur die Erinnerung. Es war auch eine Reise in das Ungewisse. Sie wurden zusammengetrieben, am Bahnhof in Viehwaggons geladen und abtransportiert. Zu dieser Zeit wurden auch viele der „Nemeck“  auf dem Marktplatz in Budweis erschlagen, erschossen, missbraucht usw.. Einige der Heimatvertriebenen, so auch meine Mutter,  wurden dem Dorf Nellingen b. Ulm zugewiesen. Die Neuankömmlinge wurden mehr oder weniger geduldet, sie wurden nur von wenigen freundlich aufgenommen - diese Habenichtse –, auf die muss man aufpassen - die nehmen uns das letzte Brot. In Ulm bekam dann meine Mutter in einer Gaststätte in der Küche einen Arbeitsplatz – nur soviel, wenn es an das Kochen ging musste das Personal immer pfeifen, damit ja keine Brotkrume in den Mund wanderte. ...und wenn ich die Bilder der Flüchtlinge im Fernsehen sehe – erinnere ich mich an meine Mutter.)

Noch eines - meine Mutter sagte oft zu uns: Jedes Negativereignis hat 2 Seiten wie eine Medaille. Man muss sie umdrehen sie hat auch etwas Gutes – sie verbirgt Chancen und Möglichkeiten, du musst sie nur erkennen. ...und sie musste oft die Medaille umdrehen.



Hubert, wie oder wodurch bist du ins „Alte Lager“ gekommen?

Weil ich das Gefühl habe Stellung beziehen zu müssen. Ich möchte mir ein eigenes Bild von der Situation im Alten Lager machen. Natürlich auch meine Aufgabe als Christ zu teilen, denn wir haben alle genug zum Leben. Getreu meinem Wahlspruch, dass das letzte Hemd keine Taschen hat.

Was ist dir dabei wichtig geworden?

Auf Fremde zuzugehen um ins Gespräch zu kommen. Integration wird von Menschen "gemacht" nicht durch politische Statements

Ist es nur ein geben oder bekommst du auch etwas?

Natürlich bekomme ich auch viel zurück. Ich denke nur an nächtliche "Kochereien", einen Kaffee zu trinken und einfach nur zuhören, außerdem bietet es mir die Möglichkeit mein "eingerostetes Englisch "auf Vordermann“ zu bringen

Was könntest du anderen empfehlen, würdest anderen sagen?

Nicht den Gerüchten glauben schenken, sich selber umschauen und sich dann einen eigenen Eindruck verschaffen.
Hubert Leyhr

 Mitarbeiter-Seite

Motivation zum mitmachen

Was unsere Mitarbeiter erleben

Besuch im Alten Lager am 04.01.2016


Als Fritz unseren syrischen Untermieter vor unserem Haus abholt, damit er uns in der Kleiderkammer im Alten Lager als Übersetzer hilft für die überwiegend arabisch sprechenden Neuankömmlinge, komme ich gleich mit. Das Alte Lager ist für uns Mitarbeiter/-innen fast schon zu einer zweiten „Heimat“ geworden: man kennt die Flüchtlinge durch das Mithelfen in der Kleiderkammer, man trifft sie in Sprachkursen und im Asyl-Cafe, und einige von ihnen Sonntag abends im Jesus House Circle. Wir haben eine Adventsfeier und eine unvergessliche Silvesterparty zusammen gefeiert – und fast täglich treffe ich auf Flüchtlinge, egal ob ich beim Einkaufen bin, beim Arzt oder sie mir beim Autofahren wortwörtlich über den Weg laufen: man mag und respektiert sich gegenseitig, und es passiert nicht selten, dass ich mit dem Auto am Straßenrand anhalte um jemanden von ihnen, voll bepackt mit Einkaufstaschen, ins alte Lager zu fahren, was immer dankbar angenommen wird.

Auch heute, als wir in das M4-Gebäude kommen, fühle ich mich nicht fremd sondern sofort „heimisch“, als wir von den Flüchtlingen freudig begrüßt werden. In der Kleiderkammer herrscht reger Betrieb – einige Flüchtlinge warten währenddessen im Türrahmen und nutzen die Gelegenheit, mit uns ins Gespräch zu kommen, zu lachen und zu schäkern – wenn es sein muß, auch mit Händen und Füßen. Die Kommunikation zwischen uns funktioniert – ganz ohne Fremdsprachenkenntnisse – oder, aus der Sicht der Flüchtlinge, ganz ohne  Schwäbischkenntnisse!

Da heute genügend Mitarbeiter/-innen in der Kleiderkammer sind, gehe ich mit Fritz nebenan in das gemütlich eingerichtete „Rote Zimmer“, dass wir scherzeshalber nach den roten Stühlen benannt haben, die um kleine Tische gruppiert sind. Einige junge Syrer haben viel Spaß bei einem Spiel, bei dem man, während die Uhr abläuft, verschiedene geometrische Figuren in möglichst kurzer Zeit nachbauen muss. Ich werde sofort von ihnen eingeladen, mitzuspielen. Nachdem Fritz den Kaffeeautomat einschaltet und den anwesenden und den im Flur vorbeigehenden Flüchtlingen Kaffee anbietet, werden die Tische voller. Ibra, ein junger Syrer, den ich aus meinem Deutsch-Sprachkurs kenne, gibt spontan Deutschunterricht für seine syrischen Freunde. Ich setze mich dazu, und wir üben einige Standard-Sätze wie: „Wie heißen Sie?“ oder „Wie alt bist du ?“. Es stehen oder setzen sich immer mehr interessierte Flüchtlinge um unseren Tisch, und als ich von einem jungen Syrer nach meinem Alter gefragt werde, gebe ich ihm aus Spaß zur Antwort, dass man eine ältere Frau nicht fragt, wie alt sie ist (!). Ruth, die jetzt auch von der Kleiderkammer zu uns gekommen ist und nach ihrem Alter gefragt wird, gibt unabhängig von mir genau dieselbe Antwort, und es gibt ein großes Gelächter aller im Raum, als Ibra den Sachverhalt auf Arabisch übersetzt. Nachdem sie bei uns Frauen mit der Altersfrage keine Erfolge verzeichnen konnten, wird jetzt eben Fritz nach seinem Alter ausgefragt, der am Kaffeeautomaten steht und Zucker nachfüllt. Auf Fritz´s Frage an die Flüchtlinge, wie alt sie ihn denn schätzen würden, kommen die abenteuerlichsten Zahlen zustande: von 25 Jahre bis 85 Jahre ist unter großem Gelächter alles dabei. Wir nutzen das gleich, um nebenbei die deutschen Zahlen zu lernen - und ob Fritz jetzt 28 Jahre oder 79 Jahre alt ist, spielt nicht wirklich eine Rolle, oder?!

lm Flur treffe ich viele bekannte Gesichter, und dadurch, dass es immer Flüchtlinge gibt, die übersetzungsbereit sind, kommen wir schnell ins Gespräch. Ein mir unbekannter junger Mann spricht mich höflich auf Deutsch an. Er erzählt mir, dass er aus Damaskus kommt und erst seit 3 Monaten hier ist. Ich bin beeindruckt, wie gut er schon deutsch spricht. Er fragt mich nach dem 6. Januar und warum dies ein Feiertag in Deutschland sei; ihm sei Weihnachten bekannt, aber von einem solchen Feiertag habe er nie gehört. Ich erzähle ihm von den Heiligen Drei Königen, die ihre Geschenke nach Bethlehem brachten, zu Jesus, dem Kind in der Krippe. Und dass der Feiertag nach diesen Königen aus dem Orient benannt ist. Er nickt zustimmend.

Auf der Rückfahrt nach Hause denke ich an die heutigen Begegnungen im Alten Lager und die vielen schönen Momente mit diesen Menschen – und einmal mehr habe ich das Gefühl, dass wir alle zu einer großen Familie gehören.

Regina Hintzenstern


Liebe Freunde


Manchmal frage ich mich, wie es wäre, wenn ich auf der andere Seite stehen würde:

Wenn ich aus diesem Land flüchten müsste, egal aus welchem Grund. Ich würde mit meinen drei Kindern in einem fremden, für meine Haut viel zu warmem, Land ankommen. Nur mit einem Rucksack mit dem Nötigsten und dem Handy, um mit den Eltern, die nicht mehr so weit reisen wollen, Kontakt zu halten. Nun sitze ich mit meinen drei verängstigten Kindern in einem kleinen Zimmer oder in einer Holzbaracke, mein Mann ist in einem ganz anderen Teil des Landes. Neben mir Flüchtlinge aus Dänemark, Belgien und England.

Wir bekommen nach stundenlangem Anstehen und Formulare ausfüllen, ein wenig Geld, um uns etwas zu Essen zu kaufen, ansonsten passiert tagelang und wochenlang nichts.


Doch dann kommt ein alter Mann und lädt mich ein, für mich und meine Kinder Kleider auszusuchen. Ein junger Mann schlendert mit der Gitarre unterm Arm vorbei und singt ein paar Lieder. Christen aus diesem Land besuchen unser Lager und nehmen uns mit in ihr Gemeindehaus. Wir dürfen sogar in ihrem Auto fahren. Eine Frau in meinem Alter kommt mit ihren Kindern und bringt meinen etwas zum Spielen, sie erzählt von ihrem Land und macht mir Hoffnung, dass die Kinder schnell die Sprache lernen würden und einen Kindergarten- und Schulplatz bekommen.

Es gibt sogar bald eine Frauengruppe und ein Sprachkurs...........

Nein, wir sind nicht auf der Flucht. Uns geht es immer noch unerwartet gut in diesem reichen Land, aber diese Menschen aus dem anderen Land, diese Frau, dieser Mann wie du und ich leben direkt vor unserer Tür!


Ich habe tiefes Mitgefühl für diese Menschen, und ich sehe sie alle als Schwestern und Brüder an,

egal aus welchem Land sie kommen und egal an welchen Gott sie glauben! Der Gott, an den ich glaube, liebt sie alle genauso wie mich. Ist es nun nicht meine Aufgabe ihnen zu helfen? Abzugeben von dem Überfluss, den ich gar nicht verdient habe, sondern der mir aus Gnade von Gott gegeben wurde?


Wenn auch dir die Menschen am Herzen liegen, dann lade ich dich ein mitzumachen!

Es gibt ganz verschiedene Möglichkeiten! Klick dich durch diese Seite und entdecke deine Möglichkeiten! Wenn du eine neue Idee hast, dann komm auf mich zu! Wenn du dir vor Ort einfach mal ein Bild machen möchtest, dann komm einfach zu den Ladenöffnungszeiten als Gast vorbei!


Herzlichen Dank allen die bereits helfen

und uns im Gebet unterstützen!


Viele liebe Grüße,


Annette Hirrle




Übrigens: Die Sprache ist kein Hinderungsgrund!

Denk nur an meine Eltern, die nur ganz wenig Englisch können und sich so intensiv einbringen.

Zum einen wollen die Asylbewerber Deutsch lernen und somit Deutsch hören. Viele von ihnen verstehen die deutsche Sprache bereits oder zumindest einzelne Wörter. Und zum anderen gibt es immer auch andere Helfer in der Nähe, die übersetzten können. Und letztlich gibt es auch Aufgaben, bei denen man nur wenige Worte braucht (z.B. Kleider sortieren und Kaffee ausschenken).

Mit Freude dabei!

Weil ich Christ bin, kann ich nicht an der Not von Asylanten vorbeigehen. Deshalb mache ich gerne mit in der Kleiderkammer Altes Lager in Auingen. Hier treffe ich gleichgesinnte Men-schen, die mit mir zusammen sich gerne einsetzen.

Das Beste aber ist, dass ich den bisher anonymen Asylanten begegne und sie kennen lerne. Sie sind ganz anders!

Wenn Du Dich angesprochen fühlst, dann komm doch vorbei und mache Deine Erfahrungen. Bei den Aktivitäten, die im Café laufen, kann sich JEDER einbringen. Die Asylanten brauchen unsere Unterstützung!

Hans-Martin Reinhardt